In Partnerschaft mit dem Verein GEMEINWOHLWOHNEN e.V. plant die KOOPERATIVE GROSSSTADT eG gerade ihr drittes Hausprojekt – metso’metso – in der Metzgerstraße 5a in München-Haidhausen vor. Es handelt sich dabei um ein (kleines) inklusives Gemeinschaftswohnhaus mit semi-öffentlichem Erdgeschoss, das bis 2024 realisiert werden wird.

Das Projekt betritt mit einem prototypischen Wohnkonzept, das seit 2017 von GEMEINWOHLWOHNEN entwickelt wird, neue Wege im solidarischen Zusammenwohnen von Menschen, die zum Teil von Ausgrenzung betroffen sind – wie Geflüchtete, Menschen mit Behinderung, Geringverdiener*innen – und zum Teil auch nicht.

Die programmatische Ambition wird begleitet von einer hohen prozessualen und methodischen Ambition. Die Planungs- und Bauprozesse und insbesondere die Einbeziehung der späteren Nutzer*innen werden neu gedacht und organisiert. In der Konzeption und Konfiguration des Hauses findet gemeinschaftlich mit den Nutzer*innen und vielen Planungsexpert*innen eine diskursive und offene Planung statt. Es geht dabei um das Ausloten und Ausprobieren einer solidarischen und gemeinschaftlichen (Entwurfs-)Praxis an einem realen Modellprojekt.

Dafür wird die von der KOOPERATIVE GROSSSTADT eG entwickelte Planungsmethode Open Plan Open Decision (OP-OD) nun zum ersten Mal angewendet. Interessierte Planer*innen aus den Bereichen Architektur, Tragwerksplanung, Haustechnik, Bauphysik, Brandschutz, Freiraum und Nachhaltigkeit waren herzlich eingeladen sich im Zeitraum vom 18.01.2022 bis 18.02.2022 auf dieser Plattform für die Teilnahme am kollektiven Planungsprozess verbindlich zu registrieren. Der Auswahlprozess ist diesbezüglich per Los erfolgt und der Planungsprozess mit über 80 Teilnehmer*innen ist seit Mai 2022 im Gange.

Dieser Prozess wird professionell von Personen der KOOPERATIVE GROSSSTADT, die selbst dabei nicht die Bauherr*in-Rolle übernehmen, begleitet und von externen Personen in den verschiedenen Phasen moderiert / co-moderiert. Der Zuwendungsantrag für das begleitende ZukunftBau-Forschungsprojekt NAH AM NUTZEN wurde im April 2022 abgeben und der vorzeitige Maßnahmenbeginn wurde zum 02. Mai 2022 vom BBSR bewilligt. Die forschende Begleitung der Prozesse und ihre Dokumentation hat damit ebenfalls bereits begonnen. Als Verbundpartner*in des Forschungsprojektes und für die wissenschaftliche Auswertung und Einordnung des Experiments ist die RWTH Aachen / Lehrstuhl für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens beteiligt.

Folgende inhaltlichen Ziele und Fragen werden im Projekt verfolgt bzw. aufgerufen:

– kollektives und solidarisches Wohnkonzept
– zirkuläres Bauen / zirkuläre Fassade
– nutzer*innengerechtes Haus- und Klimakonzept
– Vermeidung von Performance Gaps
– semi-öffentliche Erdgeschossnutzung
– forschender Umgang mit Barrierefreiheit
– gemeinschaftlicher grüner Hof
– Nachhaltigkeit
– Denkmalschutz

Grunddaten:
Geschoßfläche: ca. 730qm
Gemeinschaftsräume EG: 60 qm
Grundstückserwerb: 2020
geplante Fertigstellung: 2024